Die Sankt-Egidius-Kirche wird im Volksmund auch als 'Sint-Gillis-Binnen' bezeichnet. Dieser Name geht auf das Mittelalter zurück und bedeutet, dass die Kirche innerhalb der Stadtmauern liegt. Von der mittelalterlichen Kirche sind der Turm und der alte Altarraum erhalten. Im 18. Jahrhundert platzte sie aus allen Nähten, und so wurde sie um ein neues dreiteiliges Kirchenschiff erweitert. Der Vorbau im neobarocken Stil stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Der helle Innenraum, die bunten Glasfenster und die prächtige Dekoration machen diese Kirche zu einem echten Juwel. Sie steht auf dem Heldenplein, wo ein Kriegsdenkmal an die harte Kriegsgeschichte von Dendermonde erinnert.
Kapelle des Sint-Gillishospitals
Etwa in der Mitte zwischen dem alten Tor der Stadt und dem neuen Brüsseler Tor gründete Mathilde I. um 1214 ein neues Hospital, das dem Heiligen Gilis gewidmet war. Sint Egidius, der Schutzheilige dieses Hospitals, wird als Schutzpatron des Viehs verehrt (1. September).
1223 wurde das Hospital auf Initiative von Mathilde I. in ein Zisterzienserinnenkloster umgewandelt. Das junge Kloster musste jedoch bald umziehen, da ein Kloster gemäß den Ordensstatuten abgelegen sein muss. Daraufhin zogen sie nach Zwijvekekouter außerhalb der Stadtmauern, doch der Sitz der Pfarrei wurde 1228 in die Gebäude des ehemaligen Sint-Gillishospitals verlegt.
Neue Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert
Nur ein kleiner Teil der ursprünglichen Pfarrei Zwijveke lag innerhalb der Stadtmauern (Sint-Gillis-intra-muros), und die Bewohner außerhalb der Mauern mussten stets durch die Stadttore gehen, um Gottesdienste zu besuchen.
Die Kapelle des ehemaligen Sint-Gillishospitals wurde bald zu klein, sodass im 13. Jahrhundert eine neue Pfarrkirche in unmittelbarer Nähe gegründet wurde. Während der Religionsunruhen (1578) wurde diese Kirche in Brand gesteckt. Erst 1584 konnte sie wieder genutzt werden.
18. Jahrhundert Sint-Egidius-Kirche
Durch die stark wachsende Bevölkerung wurde die Pfarrkirche in den folgenden Jahrhunderten erneut zu klein. 1779 wurde die alte Kirche abgerissen, mit Ausnahme des Turms und des Chors. Die Unterkirche wurde 1780–1781 neu erbaut.
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche mehrfach restauriert. 1866 restaurierte Stadtarchitekt Edouard Bouwens den Turm, den Chor und die Sakristei. Erst 1912–1913 wurde die Unterkirche saniert. Architekt Valentin Vaerwijck stattete die Kirche damals mit einer neuen Fassade im Neobarockstil aus, behielt jedoch das Tor aus dem 18. Jahrhundert bei. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche erneut restauriert.