Die Träger

Die kräftigen Träger des unsterblichen Ros!

Ursprünglich als Hafenarbeiter tätig, bildeten die Pijnders ab dem 14. Jahrhundert ein mächtiges Handwerk. Ihre Aufgaben wurden später auch auf Brandbekämpfung ausgeweitet. Heute bilden sie die exklusive Trägergruppe des Ros Beiaard. Das Handwerk überlebte die österreichischen und französischen Reformen und verschwand erst mit dem Ersten Weltkrieg. In Dendermonde wird es im Rahmen der Ros-Beiaard-Tradition folkloristisch geehrt.

Die Pijnders werden von ihrem Dekan angeführt, der die Ehre hat, das Ros Beiaard während des Umzugs und beim Feuerkampf auf dem Grote Markt zu leiten. Die Pijnders bestehen aus drei Gruppen zu je zwölf Trägern. Jede Gruppe wird von einem Kapitän angeführt, der den Takt bestimmt und Befehle zum Steigern, Grüßen oder Ausweichen gibt. Neben den eigentlichen Trägern gibt es noch Reserveträger.

Einige andere Mitglieder der Pijnders ziehen ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich. Die Schragenträger stellen bei jedem Halt des Ros die Gestelle auf, auf denen das Ros ruht. Die Leiterträger sorgen dafür, dass die Leiter mitgeführt wird, auf der die Vier Haimonskinder auf- und absteigen. Die Trinkträger haben die wichtige Aufgabe, die Ros-Beiaard-Träger unterwegs mit Getränken zu versorgen.

Die Dendermonder Pijnders sind in der Gilde der Vrije Pijnders organisiert.

Das Ros Beiaard wird vom Dekan der Gilde begleitet. Er hat die Aufgabe, den Kapitän zu warnen. Zusammen mit dem Fiedler und der Ros-Beiaard-Harmonie bestimmt er den Takt.

Wenn das Pferd steigern muss, befiehlt der Kapitän: „Heffen, heft!“ Die ersten drei Männer heben das Ros mit ausgestreckten Armen an. Das zweite Trio sorgt für das Gleichgewicht. Das dritte Duo geht in die Knie, die vierte Reihe noch tiefer.

Wie in Trance führen die Pijnders ihre schwere Aufgabe aus: Mit einem Gewicht von fast einer Tonne bewegt sich das Ros Beiaard leicht und anmutig. Es kennt keine Müdigkeit, denn ganz am Ende des Umzugs, beim Feuerkampf auf dem Grote Markt, stürmt es wie im Rausch auf seine Angreifer zu. Hier zeigt sich das Pferd von seiner schönsten Seite und begeistert alle Zuschauer!

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